August der Reisewagen - Entstehungsgeschichte

 

Juni 2003

Nach einjähriger Suche fanden wir den Lkw auf einem Bauernhof, nur 10 km entfernt von unserem Haus. Das war im Juli 2003. Es war exakt das, was wir suchten: Mercedes 1113 LAKO (ehemaliges Feuerwehrfahrzeug mit einem 5000 l fassenden Wassertank), Modell A, OM 352 Motor ohne Turbo, 126 PS, Radstand 3,60 m. Technisch in Ordnung, 160.000 km, rostig und billig! Wir zahlten Euro 295, schlossen eine Autobatterie an (12 Volt Anlage!!!) und fuhren nach Hause.

Februar 2004 (1)

Der Wassertank wurde für Euro 350 verkauft und so hat uns das Fahrzeug nichts gekostet!!
Im Februar 2004 begannen wir mit der Restaurierung des Fahrgestells und des Führerhauses.

Maerz 2004 (2)

Wir beseitigten die Rostschäden und erneuerten Bremszylinder und Bremsleitungen. Wir besorgten neue Felgen und Reifen in der Dimension 13R22,5 - schlauchlos. Als Reifen wählten wir Matador Hector Profil DR1. Singlebereifung. Das Führerhaus wurde verlängert, um den Batterien (2 x 180 AH) und den luftgefederten Sitzen Platz zu verschaffen. 

Maerz 2004 (5)

Das Rahmenende verlängerten wir um einen Meter damit ein Kofferaufbau mit 4,20 m Länge darauf passt. Die Federn wurden in kaltem Zustand überbogen (gesprengt), dadurch steht das Fahrzeug höher und bietet mehr Platz für die größeren Reifen. Die vorderen Kotflügel wurden durch solche aus Kunststoff ersetzt. Nach fünf Wochen waren diese Arbeiten abgeschlossen. 

Wir kauften eine 4,5 t Seilwinde und verbauten diese im Rahmenende über der Hinterachse. Über Umlenkrollen kann man nun von vorne oder hinten ziehen. Der Antrieb erfolgt über das Getriebe/Nebenantrieb. Da wir den LKW auch für Transportzwecke nutzen möchten, fertigten wir eine normale Ladefläche und Halterungen für den Wohncontainer.
Im Sommer 2004 machten wir die ersten Transporte und waren zufrieden. An der Vorderachse montierten wir Freilaufnaben der Firma AVM. Dadurch sparen wir auf Asphalt 2 Liter Diesel pro 100 km. Eine Testfahrt nach Deutschland mit 2.500 kg Beladung war erfolgreich. 17 Liter Diesel auf 100 gefahrene km ist für einen LKW in dieser Größe erstaunlich wenig.

 

November 2004 (1)

Im September 2004 erwarben wir für Euro 550 einen gebrauchten Kühlkoffer in selbsttragender Bauweise. Dieser wurde zuvor von einem Getränkehersteller verwendet. Dies ist sehr wichtig, da ehemalige Fleischkühlkoffer aufgrund des Geruches und der eventuellen mentalen Belastung nicht empfehlenswert sind. Der Koffer wurde zerschnitten und auf unsere Idealmaße angepasst. Die Materialreste fanden als Trennwand für die Schlafbox und Dusche Verwendung. Die Außenmaße des fertigen Containers betragen: l = 4,2 m; b = 2,3 m; h = 2,2 m. Dachisolierung 10 cm, Fußbodenisolierung 12 cm und Seitenwandisolierung 4,5 cm. Bei allen Arbeiten und Materialien wurde penibel darauf geachtet, dass keine Kältebrücken von außen nach innen entstehen. Abgesehen von den Rauchgasrohren von Boiler und Heizung, dem Dunstabzug über dem Herd und dem Abflussrohr für Abwasser gibt es keine Verbindung nach außen. Die Zuluft wird über die Fenster reguliert.
Nach dem Einbau von zwei doppeltverglasten Dachluken, zwei Thermoglas- Seitenfenstern und einer selbstgefertigten Türe lässt sich der Aufbau mit 800 W bei einer Temperatur von -16°C problemlos heizen! Es war die richtige Entscheidung! Die Raumaufteilung wurde laut Skizze gewählt.

August innen (6)

Da wir den LKW auch im Winter zum Skifahren benutzen wollen, bauten wir auch eine Dusche ein. Als WC entschieden wir uns für ein portables Campingklo (Portapotti 365), das in der Dusche Platz fand. Eine Küchenzeile mit Gasherd, Dunstabzug und Kompressorkühlschrank mit 110 l fertigte ein Freund von uns. Es folgte eine kleine Sitzecke für vier Personen. Unter dem Bett wurden die Versorgungsbatterien (2 x 180 AH), die Wassertanks (2 Stück zu je 130 l) und die Wasserpumpe mit Druckspeicher verbaut. Es blieb genug Platz für Ski, Campingausrüstung etc. übrig. Unter der Spüle in der Küche verstauten wir einen Trumatic-Boiler und eine Heizung, beide Gasbetrieb. Ein Radio mit CD-Player und ein CD-Regal wurden über dem Tisch montiert.

August innen (7)

Das Bett hat die Maße 200 cm x 140 cm und wurde mit einer 18 cm hohen Gelschaummatratze ausgestattet. Da wir im ersten Winter Probleme mit Kondenswasser unter der Matratze hatten, bauen wir einen zusätzlichen Warmluftkanal. Dieser heizt von unten die Duschtasse, die Wassertanks, die Versorgungsbatterien und auch die Matratze. Ein Bücherregal und drei Schränke für Kleidung wurden angefertigt und montiert. Auf das Kofferdach kamen 2 Solarpanele mit 2 x 75 WP und ein MPP-Solarregler wurde zwischengeschaltet.

Wir besuchen das Därr-Treffen für Globetrotter in der Nähe von München und holen uns wieder viele neue Ideen. Sandbleche, Fahrradträger, Reservereifen und ein zusätzlicher 500-l-Tank wurden montiert. Des Weiteren kommen eine Dachgalerie mit Gedore-Werkzeugkiste und ein 80-l-Wassertank für die Außendusche auf das Führerhaus.

Während unserer Reise durch Afrika kamen ein paar Änderungen dazu. Da der Kühlschrank nicht mehr funktionierte, kauften wir in Südafrika eine 40 l-Kühlbox (National Luna), die stirnseitig neben der Sitzbank montiert wurde. Diese Gelegenheit nutzten wir auch gleich, um ein Gästebett zu konstruieren. Matratzen dazu ließen wir anfertigen. Das Schiebefenster in der Schlafbox ersetzten wir durch ein größeres Ausstellfenster. Auch ein kleiner Ventilator der Marke Hella wurde ober dem Bett montiert.
In Marokko kauften wir 2 weitere Solarpanele und montierten sie ebenfalls am Dach.
Da in Österreich nicht immer die Sonne scheint, es dafür aber oft windig ist, legten wir uns ein Windrad zu, welches zwischen Führerhaus und Aufbau Platz gefunden hat und ausgefahren werden kann.